Über das »Lernen« …
Das ist ein Wort, vor dem die meisten zurückschrecken, weil es mit
Anstrengung, Frust und Zensuren zusammenhängt. Dabei lernen wir jeden Tag
- fast unbemerkt - so ganz nebenbei. Wir lernen neue Leute kennen (manchmal
wird daraus Freund oder Freundin). Wir lernen neue Ausdrücke, Musiktitel,
Spiele, wir lernen Motorradfahren, Autofahren, Skaten … damit z.B. auch
das Miteinanderauskommen im Straßenverkehr, wir lernen Alltägliches.
Und dieses »Lernen« muss nicht langweilig sein, im Gegenteil. Lernen ist
eigentlich ein anderes Wort für »etwas probieren«, »Etwas Neues entdecken«,
also:
Entdeckerin und Entdecker werden.
»Die ganze Welt« heißt auf griechisch:
Ökumene.
Während die »Alten Griechen« den Begriff Ökumene noch in ihrer Alltagssprache
gebrauchten, wird er heute überwiegend im kirchlichen Bereich benutzt für die Einheit
der Kirche - oder eben auch, wenn es um die ganze Welt geht. Und wenn Lernen
»Entdecken« bedeutet, meint Ökumenisches Lernen
»Die Welt entdecken«:
andere Menschen kennen lernen, neue Perspektiven entwickeln, sich selbst als Teil der
vielfältigen Schöpfung verstehen, andere Länder und Lebensformen entdecken …
Wenn du willst, kannst du dabei sein beim
»Weltentdecken«, dem ökumenischen Lernen.
Und das geht so:
Jedes Jahr schreibt die Evangelisch-lutherische Landeskirche in Braunschweig
für Schüler/innen der 10. Klassen bzw. des ersten Berufsschuljahres einen
Wettbewerb aus. Das Thema ist ein bestimmter Satz oder Gedanke, mit dem du dich
beschäftigen sollst. Wie z.B. der Satz: »Und sie werden aus Schwertern
Pflugscharen machen … und den Krieg nicht mehr lernen.«
Welche Meinung hast du zu diesem Satz? (Du musst nicht mit ihm übereinstimmen.)
Was bedeutet dir dieser Satz? Welche Bedeutung hat er für unsere Welt heute?
Und wie lässt sich das darstellen?
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Jetzt ist deine Phantasie gefragt:
Du hast eine Fülle von Möglichkeiten zur Umsetzung deiner Gedanken. Um den Satz
und deine Ansicht dazu anderen klar zu machen und mitzuteilen, kannst du ein
Spiel dazu erfinden oder ein Bild malen, eine Skulptur entwerfen oder einen Comic
zeichnen, ein Video aufnehmen, eine Musik komponieren oder jemandem einen Brief
schreiben … oder eben, was dir dazu einfällt aufschreiben. Was auch immer du -
vielleicht auch mit einem oder zwei anderen zusammen - fertig bringst, nach ca. 8-10
Wochen (der genaue Termin wird dir mitgeteilt) schickst du uns dein Ergebnis zu und
wir schauen es uns an. Bis zu 25 Einsender/innen werden dann zu einem Seminartag
eingeladen und zwölf davon bekommen ein »Stipendium«.
Das Stipendium sieht so aus:
A) das sind 400 Euro im Jahr.
B) das ist die Teilnahme an einem Work-Camp oder eine
Begegnungsfahrt ins Ausland in der Regel für zwei Wochen in den Sommerferien.
C) das ist die Teilnahme an einem Seminar.
D) Im vierten Jahr schließlich (am Ende des
Stipendiums) steht je nach Eignung ein Aufenthalt von sechs Wochen bis zu einem halben
Jahr in einer unserer Partnerkirchen in Japan, Indien, Namibia, Tanzania, Brasilien,
Großbritannien, Tshcehien auf dem Programm. Wie bei den Work-Camps und dem Seminar
werden Fhrtkosten und Unterkunft von der Stiftung übernommen.
Nach den Herbstferien geht es los. Deine Schule erhält das Ausschreibungsthema und dann
liegt es an dir, dabei zu sein und mitzumachen als "Weltentdecker/in" beim ökumenischen
Lernen. Nur Mut! Und viel Spaß!
Die Ausschreibung
des Themas erfolgt jährlich kurz nach den Herbstferien - die Ergebnisse können bis Mitte
Februar abgegeben werden. Die Stipendiumsförderung erfolgt vier Jahre lang. Die Teilnahme
an den Veranstaltungen der Stiftung (Work-Camp und Seminar) gehören zum festen Bestandteil
des Stipendiums. Wer nicht daran teilnehmen möchte, scheidet aus der Förderung aus.
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